03.10.2012, 08:39 Uhr

In Sachen Containerterminal unseriös gearbeitet?

Rund ein Jahr ist es jetzt her, dass die Unternehmen Eurogate und Kloiber in der Lokalpresse gross angekündigt hatten, nach der Ablehnung durch den Marktgemeinderat Teisendorf selber ein Raumordnungsverfahren zur Errichtung eines Containerterminals zu beantragen. Geschehen ist bislang allerdings nichts.

Grund genug für die Teisendorfer Grünen, sich auf einer Ortsversammlung einmal mehr intensiv mit dem Thema Containerterminal auseinander zu setzen. Für den Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein ist dieses Vorgehen ein neuer Beleg für das teilweise unseriöse Handeln einiger Akteure im Zusammenhang mit den Terminalplänen. So habe er schon vor Wochen bei der Firma Kloiber angefragt, wie in Sachen Containerterminal der Sachstand sei. Antwort habe er bis heute nicht erhalten. Als weiteres Beispiel für unseriöses Handeln zitierte Hertlein aus einem Brief der Priener Beratungsgesellschaft Rudolf Mayer,, an eine Speditionsfirma aus Innsbruck. In diesem Brief hatte die Firma, die sich als Planungsgesellschaft die Terminalpläne in Teisendorf ausgedacht hatte, im März 2010 behauptet, dass ein Terminal in Teisendorf voraussichtlich schon im Jahr 2012/2013 in Betrieb gehen werde. Dabei habe es zu diesem Zeitpunkt im Marktgemeinderat noch gar keine endgültige Entscheidung zum Thema Terminal gegeben. Interessant sei weiter, dass die Firma Kloiber auf ihrer Homepage den Containerterminal Salzburg (CTS) als bayerischen Terminal bezeichne. Entweder kenne sich die Firma Kloiber in der Geografie in Südostoberbayern nicht so gut aus, oder aber die Firma Kloiber habe inzwischen erkannt, dass der Salzburger Terminal sehr wohl auch für Container aus dem Raum Südostoberbayern ein attraktiver Standort sei. Genau diese Funktion sei dem Salzburger Terminal von den Befürwortern eines Containerterminals in Teisendorf aber immer abgesprochen worden. Weiter führte Hertlein aus, dass mit der Errichtung der Terminals in Traunreut und in Burghausen noch mehr Kapazitäten für den regionalen Bedarf geschaffen würden. Somit bestünden mehr als ausreichende Kapazitäten für den regionalen Bedarf. Deshalb sei klar, dass ein weiteres Terminal in der Region nicht dem regionalen Bedarf diene würde, sondern als sogenanntes Hinterlandterminal für die grossen Hafenterminals am Mittelmeer und an der Nordsee vorgesehen sei. Es gehöre nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, welche Container in so einem Hinterlandterminal einmal landen könnten. Hertlein erwähnte in diesem Zusammenhang das Gefahrgutcontainerschiff MSC Flaminia, das nach einem Brand an Bord nach einer längeren Irrfahrt im Weser-Ems-Hafen gelandet war. Der Betreiber des dortigen Containerhafens sei die Firma Eurogate. Hertlein kündigte an, dass sich die Teisendorfer Grünen auch weiter um Auskünfte zum aktuellen Stand in Sachen Containerterminal bemühen würden. Am besten wäre es allerdings für alle Beteiligte, wenn das Projekte endlich ?beerdigt? würde. In einem weiteren Tagesordnungspunkt diskutierten die Teisendorfer Grünen das Thema Tetrafunk. Aktuelle Meldungen liessen darauf schliessen, so Hertlein, dass die Technik des Tetrafunk immer noch nicht ausgereift sei. So habe selbst das Innenministerium in Berlin aktuell 1.800 neue Handfunkgeräte für den Analogfunk bestellt. Und in Teisendorf sei erst vor kurzem ein Analogfunkmast für die Bergwacht in Teisendorf beschlossen worden. Anscheinend funktioniere der Tetrafunk doch nicht so reibungslos, wie das Befürworter immer wieder Glauben machen wollten. Deshalb sei ein Moratorium beim weiteren Ausbau unumgänglich, wolle man nicht noch mehr Geld in eine offenbar ungeeignete Technik stecken.

Kategorie: Teisendorf, Kreisverband, Bernhard Zimmer, Energie, Infrastruktur, Bildung, Nachhaltigkeit, Transparenz, Bundestagswahl, Umwelt
 

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